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Das Projekt
"Vom Landwirt zum Energiewirt." Ein Projekt der VRD ENERGIE STIFTUNG, Mannheim.

Aktuelle Informationen und Nachrichten vom Bioenergiehof Obernjesa

Zeitungsbericht aus der HNA zum Spatenstich am 23.05.2002

OBERNJESA Es war schon ein ganz besonderer Tag für Hans-Walter Körber-Harriehausen: Vorgestern setzte er zusammen mit dem Rosdorfer Bürgermeister Harald Grahovac und Dr. Volker Reimann-Dubbers von der VRD ENERGIE STIFTUNG, Mannheim in Obernjesa den ersten Spatenstich für eine weltweit einmalige Biogasanlage.

Während die Gewinnung von Biogas aus Gülle oder den Resten einer Pflanzenart wie Mais bereits gängige Praxis ist - allein 600 Anlagen entstanden im vergangenen Jahr in Deutschland - kann man die Obernjesaner Biogasanlage getrost als Pilotprojekt bezeichnen: Hier soll zukünftig ein siliertes Pflanzenmixpüree aus milchreifen Getreidearten, Sonnenblumen, Raps, Hafer und Erbsen, die auf rund 50 Hektar angebaut werden, jährlich 700.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Zudem soll das Gutshaus des landwirtschaftlichen Betriebes von Körber-Harriehausen, drei Mietwohnungen und später einmal vielleicht das nahe Sporthaus mit Wärme versorgt werden. In einem weiteren Bauabschnitt ist geplant, in einer Vergasungsanlage Synthesegas als Treibstoff zu gewinnen.

Rund 700.000 Euro kostet die Anlage, die Ende Oktober diesen Jahres in Betrieb gehen soll. Zwei Drittel der Kosten übernimmt die VRD ENERGIE STIFTUNG, Mannheim, deren Stifter Dr. Volker Reimann-Dubbers es sich nicht nehmen ließ, den ersten Spatenstich zu setzen.

Neuland betrat auch das Bauordnungsamt der Stadt Göttingen mit der Genehmigung der Anlage, die sie pünktlich zum ersten Spatenstich dem Bauherrn überreichte: "Außer Göttingen wurde bisher noch nie ein Amt mit einer Anlage solcher Art konfrontiert", so Körber-Harriehausen. Hier habe eine Zusammenarbeit - auch mit dem planenden Ingenieurbüro Krieg & Fischer aus Göttingen - stattgefunden, "die man sicherlich nicht jeden Tag findet."

Vater des Gedankens dieses Projektes ist Prof. Dr. Konrad Scheffer von der Uni Kassel, Institut für Nutzpflanzenkunde, Fachbereich Acker- und Pflanzenbau. Er wird mit seinen Mitarbeitern das Geschehen in Obernjesa wissenschaftlich begleiten.

Körber-Harriehausen ist aus zweierlei Gründen in dem Projekt engagiert: Zum einen dürfe man als Landwirt bei ständig sinkenden Preisen sich nicht nur auf die Produktion von Getreide verlassen, sondern müsse sich andere Einkommensquellen erschließen. Zum anderen sieht er die Notwendigkeit, sich einer neuen Energie zuzuwenden, mit der auch kommende Generationen umgehen können: "Eines Tages werden die fossilen Rohstoffe verbraucht sein", so Körber-Harriehausen.

Angst vor Gestank brauchen die Obernjesaner Bürger und Anlieger des "Energiehofes Obernjesa" nicht zu haben: Nach Angaben von Prof. Dr. Konrad Scheffer hätten Gutachten und Erfahrungen ähnlicher Anlagen gezeigt, dass es nicht zu Geruchsbelästigungen kommt. (zül)

© Text und Bilder: Christian Mühlhausen / Redaktionsbüro Silvapress / Informationen über den Autor finden Sie auch unter http://www.regiongoettingen.de


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